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11. Januar 2016
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Geschrieben von OVH Team


Darum setzt OVH auf OpenZFS


Dossier von Hugo Bonnaffé


Am 19. und 20. Oktober 2015 fand in San Francisco der OpenZFS Developer Summit statt. Pünktlich zum zehnten Geburtstag von OpenZFS entscheiden sich immer mehr IT-Akteure für die bisher eher selten verwendete Technologie. So wurden etwa die zwölf Petabyte Filmmaterial für den Film Gravity mithilfe der Open-Source-Technologie gespeichert (1), und beim letzten Ubuntu-Release wurde sie als natives Dateisystem integriert. OVH, wo OpenZFS bereits seit 2009 verwendet wird, hat zwei Mitglieder des Storage-Teams zum Developer Summit geschickt. Um sich über alle Neuentwicklungen zu informieren, aber auch um mit dem Vortrag „Live Migration with Zmotion“ selbst zum Projekt beizutragen. Erklärungen und ein Überblick über die vielversprechendsten Neuentwicklungen mit François Lesage und Alexandre Lecuyer, Storage Engineers bei OVH.
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Datenmigration ohne Downtime – ein OVH Patch macht es möglich
OpenZFS ist aus dem ZFS-Projekt von Sun Microsystems (2009 von Oracle übernommen) hervorgegangen. Es wird seit 2005 als Abspaltung (Fork) von einer unabhängigen Community weiterentwickelt, die hauptsächlich aus ehemaligen Sun-Mitarbeitern besteht. Abgesehen von Netflix, das OpenZFS für seine Plattform Titan einsetzt (2), bekennen sich nur wenige große IT-Akteure zur OpenZFS-Technologie – obwohl deren Zuverlässigkeit inzwischen unbestritten ist.

Die Hersteller „traditioneller“ Speicher bieten leistungsstarke und robuste proprietäre Lösungen, die den unbestreitbaren Vorteil haben, dass die User sich hinsichtlich der Nachhaltigkeit ihrer Daten sicher fühlen. „Der Nachteil dabei“, erklärt François Lesage, „sind die entstehenden Kosten. Diese Systeme setzen auf spezielle Hardware, was die Kosten pro Gigabyte enorm in die Höhe treibt. Außerdem sind sie echte Black Boxes in dem Sinne, dass der User weder verstehen kann, wie der Code funktioniert, noch ihn selbst ändern kann.“ OpenZFS ist mit Standard-Maschinen kompatibel (x86-Architektur) und ermöglicht eine drastische Senkung der Storage-Kosten. Da es sich außerdem um einen offenen Code handelt, konnte OVH ihn anpassen und verbessern. „Zehn Jahre nach Projektstart ist OpenZFS wirklich ausgereift“, führt François Lesage weiter aus. „Das System zur Überprüfung der Datenintegrität, das unbemerkten Datenverlust verhindert, gehört zu den effizientesten seiner Art. Außerdem bietet OpenZFS auch zahlreiche interessante Funktionen: Snapshot, Hot Storage ebenso wie Cold Storage …“

Im Jahr 2007 hat OVH EXT3 zugunsten von ZFS aufgegeben und sich dann ab 2009 OpenZFS zugewandt. Die ersten Projekte auf Basis von OpenZFS entstanden Ende 2011, und heute liegt diese Technologie einer Vielzahl von OVH Diensten zugrunde: E-Mailing, Webhosting, VPS Classic, NAS-HA, Dedicated Cloud, Backup Storage, etc. „Zu dieser Zeit war die Technologie schon ausgereift, und unser Fachwissen hat es uns ermöglicht, mit proprietären Speichersystemen effektiv zu konkurrieren.“ Genau diese Erfahrung mit OpenZFS wollten François Lesage und Alexandre Lecuyer in San Francisco weitergeben. „Thema unserer technischen Präsentation war die Migration von Daten unter OpenZFS. Als Webhoster müssen wir ständig Speicherplatz (zpools) zuweisen und freigeben, was zu Fragmentierungsproblemen führt. Das ist einer der Hauptgründe, weshalb wir regelmäßig Datenmigrationen vornehmen müssen. Mit OpenZFS können entsprechende Maßnahmen leider nicht ohne Downtime durchgeführt werden, weil die Benutzung von NFS in unseren Infrastrukturen zu gewissen Einschränkungen führt. Also haben wir versucht, dieses Problem mittels Trial and Error nach und nach zu lösen. Der Patch „Zmotion“ von Alexandre Lecuyer wurde bei einem Community-Workshop getestet, wo auch Matt Ahrens (einer der beiden ZFS-Erfinder) mit von der Partie war. Er wurde zum Upstream-Commitment vorgeschlagen und ist schon jetzt auf GitHub verfügbar. „Wir glauben, dass vor allem Großunternehmen daran interessiert sein werden. Denn die Problematik der Datenmigration ist ein häufiges Diskussionsthema auf der Community-Mailingliste“, erklärt Alexandre Lecuyer.

Präsentation „Live Migration with Zmotion“ von OVH im Video:yt-ovh-openzfs
Sie können sich die Präsentation auch auf SlideShare ansehen: slideshare.net/ovhcom/live-migration-of-openzfs-datasets-with-zmotion

(1) twitter.com/allanjude/status/656152029820243968
(2) slideshare.net/Docker/dockercon-sf-2015-reliablilty-shippin (Folie 18)
Lesen Sie im nächsten Teil unseres OpenZFS Dossiers: Neun Ideen, die OpenZFS noch besser machen
Lesen Sie im letzten Teil unseres OpenZFS Dossiers: Zoom auf das OpenZFS Cache-System ARC